Projekt

Worum geht es bei Dietrich online?

Die Bibliographie der deutschen Zeitschriftenliteratur (1896-1944) mit ihren ca. 5 Mio. bibliographischen Angaben zu im deutschen Sprachraum erschienenen Zeitschriftenaufsätzen und Zeitungsartikeln soll in Dietrich online zugänglich gemacht werden.

Grundlage der digitalen Ausgabe des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 2014 bis 2022 geförderten Projektes sind zunächst die urheberrechtlich frei gewordenen Bände 1896 bis 1938 des von dem Leipziger Verleger Felix Friedrich Dietrich (1874-1938) herausgegebenen Fortsetzungswerkes. Die dort unter Stichworten verkürzt und formalisiert aufgelisteten bibliographischen Angaben werden mit halbautomatisierten Verfahren aus den OCR-erkannten Seiten des Werks ausgelesen und in eine XML-konforme Datenbank überführt. Neben den bibliographischen Datenbankeinträgen werden den Nutzern der Online-Ausgabe die Originalseiten des Werks zur Verfügung gestellt. Titel von Zeitschriften und Zeitungen werden anhand der Zeitschriften-Datenbank (ZDB) ergänzt und normiert. Die Stichworte werden nach der Dewey Decimal Classification (DDC) klassifiziert und Personenschlagworte anhand der Gemeinsamen Normdatei (GND) normiert. Der Nachweis bereits digitalisierter Aufsätze und deren Verlinkung soll über die ZDB-ID-Nummer und Crowdsourcing gewährleistet werden.

Derzeit sind 66 von 83 Bänden in die Datenbank aufgenommen.

Worin liegt der Nutzen für die Forschung im 21. Jahrhundert?

Zeitschriftenartikel waren im 20. Jahrhundert neben Monographien das wichtigste Medium der wissenschaftlichen Kommunikation. Da diese früher in Bibliothekskatalogen nicht erfasst wurden, bildeten gedruckte Bibliographien die einzigen Nachweisinstrumente für Zeitschrifteninhalte. Für den deutschsprachigen Bereich war bis zum Beginn der Online-Ära ‚der Dietrich‘ das zentrale Instrument, um Zeitschriftenaufsätze zu einem gegebenen Thema oder zu einer bestimmten Person zu finden. Für die zeitgenössische Forschung sind die darin verzeichneten ca. 5 Mio in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschienenen deutschsprachigen Zeitschriftenaufsätze nur in geringer Zahl mit Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Bing zu ermitteln. Die darin enthaltenen Forschungsergebnisse sind aber durchaus noch von (bisweilen herausragender) Bedeutung, und das nicht nur für die historisch arbeitenden Fächer. Mit Dietrich online werden diese sonst nur in langwieriger Sucharbeit erschließbaren Daten erstmals in einer heutigen Suchverfahren angemessenen Online-Präsentation erschlossen, die erlaubt, mit wenigen Klicks zu der gewünschten Information zu gelangen.